Vor zwei Wochen wurde hierzulande der Bundespräsident gewählt. Vor der Wahlhandlung kamen die Männer und Frauen der Bundesversammlung zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammen. Um ehrlich zu sein, frage ich mich noch heute, wer dort was mit Gott in seinem Gebet besprochen hat (?). Stunden später hört man von einigen dort gewesenen Politikern in Polit-Talk-Shows Aussagen, die mit der Friedensbotschaft Gottes fürwahr nichts gemein haben. Meine Enttäuschung ist groß: Statt Flehen vernehme ich streitige Wort, statt Handlungen im Geiste erlebe ich teuflische Machenschaften gegenüber vermeintlichen Gegnern und Andersdenkende werden augenscheinlich ausgegrenzt. In einer Kirchenzeitung muss ich den Kommentar(*Klick) eines Pfarrers lesen, der inhaltlich die Leser mit einer kritischen Lage nicht gottbezogen, sondern in weltlich-machtorientierten Sinne konfrontiert. Ich werde nicht aufhören zu beten, dass diese Menschen menschlich werden - dann nämlich würden alle Menschen gleich sein.
“Nicht alle beten, die in die KIRCHE gehen.“
[Ubk.]
ERZÜRNUNG ist sowohl eine individuelle als auch gesellschaftliche Form einer gesteigerten Verärgerung; also eine vollkommen normale Erscheinung und aus meiner Sicht somit auch kein sündhaftes Verhalten. Auffallend aber ist, dass mehr und mehr die Ursache immer weniger hinterfragt wird und die Verärgerung sehr schnell eskaliert; in nicht wenigen Fällen wird im gesellschaftlichen Bereich dann sogar eine Radikalisierung bewirkt. In solchen Momenten wird ein solcher Vorgang zur Sünde, deren vielfältigen Möglichkeiten zu unberechenbaren Handlungen führen: Beleidigung, Bedrohung, Gewalt bishin zum Krieg. Die letzten Monate und Tage führen uns die möglichen weltweiten Folgen vor Augen: Verarmung, Hunger, Verelendung und Zerstörung. ERZÜRNUNG schwächt die Intelligenz und bestärkt den Hass. Wenn der Verstand aussetzt, wird der Zorn als Zeichen der Schwäche erkennbar und lässt somit den Sprengstoff zwischen den Menschen und Völkern hoch explosiv werden. Die zerstörerische Kraft der Sünde wird offenbar. Nur Einsicht und Vernunft können vor dem Sonnenuntergang noch Schlimmstes verhindern. Die KUBA-KRISE im Oktober 1962 ist mir diesbezüglich noch in schrecklicher Erinnerung. Möge der Zorn auch in den nächsten Tagen, Monaten und in Zukunft in kontrollierbaren Sphären bleiben. Der G L A U B E lehrt mich hoffen !
“ZORN ist nie ohne GRUND, aber selten mit einem guten.“
[Lord H.]
Eine Einladung, die alles offen lässt, denn keiner weiß, was er zusehen bekommt. Es ist also Vertrauen erforderlich, wenn man einer Einladung folgen soll und will. Das Vertrauen in die Politik ist in den letzten Jahren arg geschwunden; ebenso das in die Institution Kirche.“Kommt und seht“ wie uneigennützig Politiker und Bürokraten unter demokratischem Deckmantel sich um die Belange der Bürger bemühen. “Kommt und seht“ wie die Diener unseres Herrn sich der Schutzbefohlenen heuchlerisch annehmen und es darüber hinaus analog in vielerlei Hin- und Absichten den weltlichen Eliten gleichtun. “Kommt und seht“ wie in der Gesellschaft die Gerechtigkeit und Gleichheit, Reichtum und Armut willkürlich bestimmt und verteilt sind. Das 2022 uns alles wieder erneut so sehen und erleben zu lassen, kann doch nicht die Absicht der Einladung Gottes sein ? Kann mein Gebet noch etwas ändern ?
“Wo schon ein WEG ist, kann man bequem guten WILLEN zeigen.“
[G. P.]
Die besinnliche Zeit des gestrigen Tages habe ich genutzt, mit Blick nach vorne, mir die JAHRESLOSUNG für 2022 zu verinnerlichen. Doch die verheißungsvolle Aussage stimmt mich nicht froh. Da spricht der BUNDESPRÄSIDENT in seiner Weihnachtsansprache über den dringend erforderlichen Zusammenhalt in der Gesellschaft, aber einen Tag zuvor sanktioniert ein GERICHT, dass ein Politiker einen Andersdenkenden beschimpfen und beleidigen darf. Da werden von einer GRÜNEN-Politikerin, - aus christlichem Hause -, bereits drei Jahre vor dem Kirchentag in Hannover Andersdenkende offiziell ausgeladen.Die Tendenz ist steigend, dass ideologisch eingekreiste Gruppierungen aller politischen Schattierungen in steigendem Maße eine Ausgrenzung forcieren, die entgegen den beschwichtigenden Worten des Bundespräsidenten die Spaltung der Gesellschaft herbeiführen und unsere Geschichte verfälschen.Ich weiß nicht um die mir noch verbleibende Lebenszeit, aber eine Ausgrenzung wegen meiner aufrichtigen, aber zugleich streitbaren Lebensauffassung möchte ich nicht mehr erleben wollen. Ich glaube an den und bleibe bei dem, der mich nicht abweist.
“Wir haben genug RELIGION in uns, um uns zu hassen; aber nicht genug, um einander zu lieben.“
[J. Sw.]
Wenn der Herr unsere Herzen auf die Liebe Gottes ausrichtet, dann ist das kein Abrichten, sondern das Aufrichten des Geistes zum klaren Erkennen dessen, was der dreieinige Gott mit uns vor hat, so wir es denn wollen und zulassen.So nehmen wir in der uns umgebenden Dunkelheit dieser Welt hoffnungsvoll die Helligkeit und Orientierung wahr, an der wir unseren Lebensweg ausrichten dürfen und können. Vertrauen auf diesen Weg mit dem Morgenstern am Firmament lässt die Finsternis weichen und festigt den Glauben. Auch das ist REFORMATION!
“Man sollte der GNADE GOTTES nie GRENZEN setzen“, ... denn ... “Alles ist relativ. Außer GOTT.“
[N. B. / R. Sch.]
Eine einzige Frage steht hier für mich im Raum: > Ist die Menschheit, - wo auch immer -, überhaupt noch willens und letztendlich in der Lage, respektvoll miteinander umzugehen und, - geschweige denn -, friedvoll gute Werke im Sinne gesellschaftlichen Fortschritts gemeinsam zu entwickeln und auch umzusetzen ? < Doch ich finde einfach keine positive Antwort ! Das immer wieder gepriesene ‘christliche Menschenbild‘ verblaßt mehr und mehr und damit das Für- und Miteinander. Solidarität in Momenten katastrophaler Umstände sind zumeist noch einmal ein Aufflackern von Erinnerungen daran, aber allein die dann erkennbare Kluft zwischen Gewinnerelite und Verliererkaste verdunkelt jeglichen Hoffnungsschimmer.
“Christlicher STAAT - christliche SCHIEßGEWEHRE.“
[M. H.]
Heute, - mehr denn je -, ist geboten, sein DASEIN durchdacht zu leben:Stetige ABWÄGUNG der VERHÄLTNISMÄSSIGKEITEN, BEACHTUNG von WIRKUNG und NEBENWIRKUNG sowie PRO und KONTRA jeglichen HANDELNS.
Weder SELBSTÜBERSCHÄTZUNG noch unüberlegte UNTERWÜRFIGKEIT sowie weder ÜBERTREIBUNGEN noch UNTERTREIBUNGEN sind der menschlichen GEMEINSCHAFT miteinander und im MITEINANDER mit der NATUR nicht dienlich.GOTT und die GEBOTE können wie ein KOMPASS hilfreich sein, unsere LEBENSQUALITÄT zu sichern, so man gewillt ist, im angebotenen GLAUBEN zu leben.Bleibt in diesem SINNE zu hoffen, dass die steigende Zahl der KIRCHENAUSTRITTE nicht mit einer sinkenden Zahl GLÄUBIGER einhergeht. Mein damaliger KIRCHENAUSTRITT jedenfalls hat mich zu neuem DENKEN geführt, dem ich dankbar nachkomme.
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“Nur wer an den SIEG glaubt, wird richtig glauben.“ [H. L.]
Gott hört und sieht von Anbeginn der Existenz und Entwicklung der Gesellschaft wie uneins die Menschheit sich auseinanderlebt. Naturkatastrophen waren und sind den Menschen keine Warnung; stattdessen werden lokal durch Neid und Hass Unfrieden untereinander geweckt und global Kriege gegeneinander ausgelöst. Mancherorts und manchmal wird laut gefragt, warum Gott das alles zulässt. Man sucht so nach Schuldigen für all das Böse, was man selbst herbeigeführt hat. Die Menschen verdrängen das im Hintergrund aufwühlende Schuldgefühl und wollen nun, dass Gott das hört, sieht und wieder richtet. Ich glaube, die Menschheit hat bereits > die Karre gegen die Wand gefahren < ; die stete Lossagung von Gott hat die friedvolle Orientierung in jeglicher Hinsicht versiegen lassen. Ich glaube, den Slogan “ENDE gut – alles gut“ müssen wir wohl nun doch aus unserem Denk- und Sprachrepertoire streichen … Es ist schon zu spät!
“Es gibt im LEBEN DINGE, die noch fürchterlicher sind als der TOD.“
[Chr. v. Schw.]