

Er ist schlechthin ein Gewählter auf Zeit, von
dem aber man erwarten können muss, dass
Wort und Tat übereinstimmen. So Herr Althaus
sich als Christ von dem Slogan „Wo die Politik
beginnt, hört die Moral auf“ distanziert, sollte er
folgerichtig aus menschlichen Gründen sein Amt
nicht wieder antreten.
Aus meiner Sicht wäre die Fortsetzung und die
erneute Kandidatur ein Schritt, den ich nicht
nachvollziehen könnte, weil das meinem Verständ-
nis sowohl von politischer Ethik als auch vom Ethos
eines Politikers zuwiderläuft.
Das juristische Urteil ist die eine, die menschliche
Tragik die andere, aber entscheidende Seite.
Ein Amtsverzicht wäre eine Geste, die in einer Zeit
immer öfter ausufernden politischen Umgangs neue
Maßstäbe setzen könnte.
Denn nach einer möglichen Wiederwahl kann Herr
Althaus keinen Mitleidsbonus von der Opposition
erwarten, dass käme ansonsten einer klaren
politischen Wettbewerbsverzerrung gleich.
Das kann in einer Demokratie so nicht ge-
wollt sein !
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© PachT 2009 STERN 14/09; S. 11
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