Wird die Justiz zum Weichspüler gesellschaft- licher Werte?
Der Tatortkommissar Ulrich Tukur hat offenbar mit der Aussage in einem Interview in der SZ recht: „Der Mensch ist dabei, sich selbst abzuschaffen“. Wie kann es möglich sein, dass ein für Recht und Ordnung zuständiges Ministerium überhaupt den Gedanken hegt, gesellschaftliche Werte wie Ehrlich- keit und Respekt vor der Arbeit des anderen abzuwerten. Vom Kindergarten bis in die weiterführenden Bildungs- einrichtungen und vom Arbeitsplatz bis in die Altershei- me wird signalisiert, dass Milde herrschen soll, wenn man Alltagsregeln einfach mal so ignoriert. Anstatt den zunehmenden Ursachen für die steigende Zahl der “Schwarzfahrer“, – zum Beispiel die viel- schichtigen Probleme im Bildungswesen und damit einhergehend den vielerorts unzureichenden Werte- vermittlungen -, entgegenzuwirken, sollen künftighin Weichspüler gesellschaftlicher Normen festgeschrieben und somit Freibriefe für Rechtsverletzer ausgestellt werden. Mit einem solchen Ansinnen jedenfalls wird eine Menschengemeinschaft nicht werteorientiert stabilisiert. __ P. Achim Tettschlag, Erfurt ***