14.11.09 + Aus PachT’s ARCHIV +

[ Foto: Internetfundus / Text: Parodie 1964 © Alle Rechte vorbehalten by PachT ]
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PachT Rote schuhe _ Parodie
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Rote Schuhe …

Es kam ein schönes Fräulein in unsern Klassenraum.
Sie hat uns gut gefallen, ihre Schuhe war’n ein Traum.
Sie trippelt durch das Zimmer; es war ein edler Klang.
Und in der Pause war’s geschehn, die ganze Klasse sang:

Rote Schuhe müsst man haben mit ‘ner großen Schnalle dran,
da kann man gut laufen und es guckt ein jeder an.
Rote Schuhe müsst man haben, die Hacken hochgestellt,
da wirkt man eleganter, und man ist Frau von Welt!

An die Tafel sollt’ ich schreiben, doch ich kam gar nicht dazu:
Immer wieder schaute ich auf ihre roten Schuh’.
Wütend droht sie mit ‘nem Tadel, das vergesse ich ihr nie.
Zum Schluss dann gab sie mir ‘ne VIER, da weinte ich und schrie:

Rote Schuhe müsst man haben mit ‘ner großen Schnalle dran,
da kann man gut laufen und es guckt ein jeder an.
Rote Schuhe müsst man haben, die Hacken hochgestellt,
da wirkt man eleganter, und man ist Frau von Welt!

(Erfurt, 27.07.1964 –
frei nach dem Schlager “Rote Lippen soll man küssen” mit Cliff Richard /
Text auf die Steno-Lehrerin Frau Rasehorn an der BBS des HO-Warenhaus ‘Centrum’ Erfurt bezogen / öffentlich über den Strandfunk des Zeltplatzes Markgrafenheide mit der Gitarre vorgetragen)

27.10.09 ++ Aus PachT’s DENK- und SCHREIBLABOR ++ PARODIE aus dem Archiv ++

[ Foto: PachT 1965 als Solist auf einer Party in Wilhelmsthal b. Eisenach / Text © Alle Rechte vorbehalten by PachT ]
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PachT 1965
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Ich schrecke aus dem Schlaf in meiner heimatlichen Gruft.
Irgend etwas stimmt da nicht, ich schnapp’ nach frischer Luft.
Wie ich aus dem Bette springe, schlag’ ich mir gleich zwei Beul’n.
– Keine Schwester weit und breit -, ach! … Ist das nicht zum Heul’n !

Guten Morgen, liebe Sorgen; seid ihr auch schon alle da?
Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!

Neben mir im Ehebett liegt noch alles unberührt.
“Da gibt’s wohl jetzt ‘nen Hausfreund, der meine Frau verführt”;
das denke ich so ganz stille auf dem Wege zum Abort,
“nun haste keinen ‘Schatten’ mehr und auch die Frau ist fort !”

Guten Morgen, liebe Sorgen; seid ihr auch schon alle da?
Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!

Morgenstunde hat Gold im Munde ! – heißt ein alter Spruch,
ich komm’ in die Küche rein, da brüll’ ich einen Fluch.
Teller, Tassen, Flaschen, Gläser stehen hier wüst herum.
Ach, war das eine schöne Ordnung im Sanatorium!

Guten Morgen, liebe Sorgen; seid ihr auch schon alle da?
Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!

Mein Chef bittet mich zur Audienz, gleich morgens in der Früh’.
“Sie seh’n so ausgeglichen aus, so kannte ich Sie nie …;
doch nun vergessen ‘s ganz schnell Schwestern, Therapeuten.
Jetzt fängt der Alltag wieder an. Ich werd’ es Ihn’ schon zeigen!”

Guten Morgen, liebe Sorgen; seid ihr auch schon alle da?
Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!

Ich sitz’ in einer Konferenz, mach’ autogenes Training:
– leise rauscht der Blätterwald / ich träum’ vom hohen Fläming.
Da ! eine Stimme ruft mich auf, man bittet mich ums Wort.
Ruhig und gelassen tret’ ich vor, bedank’ mich und geh’ fort!

Guten Morgen, liebe Sorgen; seid ihr auch schon alle da?
Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!
Trotz vier Wochen Abstinenz, geh’ ich abends zu ‘ner Fete,
kippe mir paar Cognac rein und tanze mit ‘ner Käthe.
Plötzlich dann um Mitternacht rückt einer mir auf die Pelle …
am andren Morgen werd’ ich wach und lieg’ in einer Zelle!

Guten Morgen, liebe Sorgen; seid ihr auch schon alle da?
Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!
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(P. Achim T., Belzig, 20.10.1988 – frei nach Jürgen von der Lippe –
musikalisch vom Verfasser vorgetragen anlässlich einer Kurveranstaltung
im Sanatorium)
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